Villerois & Boch seit 1748

Meeting vom 7. September 2010

Referat von Herrn Direktor Charles Furter, V & B Schweiz

Villerois & Boch von der Porzellanmanufaktur zum Global Player fand ein breites Echo in unserem Lions-Club, was im Sommerhaus Saal zum Ausdruck kam. Ein raffinierter Film bot die Einleitung zu den Worten von Direktor Charles Furter. Nicht manche Unternehmen, und dies erst noch in der Produktion, können auf eine Geschichte von 262 Jahren zurückblicken.

Dass die Chinesen das Porzellan schon seit über tausend Jahren kennen, darf fast als bekannt vorausgesetzt werden. In Europa entstanden zahlreiche Manufakturen vor ca. 300 Jahren, von denen aber nur wenige überlebt haben.

Villerois & Boch produziert mit seinen heute 9'000 Mitarbeitern im Werk Mettlach in Deutschland hauptsächlich Keramik und Besteck, ist aber auch Hersteller von Produkten für Bad und Wellness, d.h. die Porzellangeräte für Badezimmer und Badanlagen. Eine dritte Produktelinie, die Keramikplatten, ist aufgegeben worden.

Die Gründe für den Erfolg sind Tradition gepaart mit unablässigem Streben nach Innovation und selbstverständlich hohe Fachkompetenz. Heute ist in der 8.Generation noch ein von Boch aktiv, Villerois & Boch ist also noch ein Familienunternehmen, welches aber seit 1970 Aktien ohne Stimmrecht kennt (Genusscheine wie bei Roche?). Wesentlich ist heute eine hohe Beweglichkeit im Vertrieb, im weiteren Sinne im Marketing. Die Wirtschaftskrise ist an der Porzellan-Produktion nicht spurlos vorbeigegangen: Personal- und Fabrikationskosten mussten gesenkt werden. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die 1763 gegründete, englische Porzellan-Manufaktur „Wedgewood“im Jahre 2009 Konkurs gegangen ist.

In Form einer hübschen Tasse konnte jede Zuhörerin und jeder Zuhörer ein Muster mit nach Hause nehmen, welches zeigt, was Innovation im Design bedeutet: Immer neue Formen müssen kreiert werden und neue Zeichnungen erhalten das Geschirr lebendig. Zur Fabrikation bleibt noch nachzutragen, dass beispielsweise Teller gepresst werden, wodurch die quadratischen und rechteckeigen Formen anstelle der runden möglich werden und zudem noch die Stückzahlen pro Zeiteinheit tüchtig gesteigert werden können.

Für das spannende und informative Referat gilt unser Dank dem Referenten, ebenso natürlich auch für den „Bhaltis“.

 

Berichterstattung: L Konrad Meyer-Usteri