Silber ist Gold wert

Meeting vom 1. März 2011

Referat von Werner Brändle, Direktor Robbe und Berking Schweiz

Wie Silberbesteck die Lebensqualität beeinflusst

Werner Brändle

Schon der Titel liess aufhorchen. Und so spitzten sich 39 Ohrenpaare im Sommerhaus, als Herr Brändle begann, uns in ein spannendes und eher ungewohntes Thema fast provozierend einzuweihen. „Silber ist Gold wert“ hiess die herausfordernde Einleitung – präzisierende Angaben folgten umgehend nämlich, dass der Kilopreis von Silber gegenwärtig bei tausend Franken liegt, für Gold bei 42'000 Franken. Ein Suppenlöffel hat ein Gewicht von 65 bis 90 Gramm und damit bereits einen Materialwert von 65 bis 90 Franken. 200 bis 300 Franken dürfte ein solches Stück kosten, bis es glänzend auf dem Ladentisch liegt.

Silber wird verwendet in der Pharmazie zur Desinfektion von Wunden, als Katadynfilter zur Desinfektion von Wasser, wobei ein Gramm Silber genügt für eine Million Liter Wasser. In der Elektronik ist es die hohe Leitfähigkeit, die Silber unentbehrlich macht und zur Beschichtung von Spiegeln dürfte Silber allen bekannt sein. Als Tischbesteck ist das weisse, weich anzufühlende, warme Leichtmetall ein Ausdruck von „savoire vivre“. Für besondere Ansprüche eignet sich allein Silber, so z.B. in den Weinkellereien als Probierschälchen, welche alle Qualitäten des Weines unverfälscht dem Degustanden vermitteln. Die Firma Robbe und Berking ist in Flensburg(D) beheimatet und wird geführt von der 5.Generation; die Niederlassung Schweiz befindet sich in 6331 Hünenberg im Kanton Zug.

Als ganz spezielles Entgegenkommen hatte Herr Direktor Brändle eine genügende Anzahl von Suppenlöffeln aus verschiedenen Kollektionen bereit gelegt, sodass alle Anwesenden mit einem echten Silberlöffel ihre Suppe löffeln konnten. Ich hoffe, dass die richtige Anzahl von Löffeln, gewaschen aus der Küche, wieder den Weg in die Taschen von Herrn Brändle gefunden hat. Er hat uns allerdings diskret beruhigt, dass Restaurationsbetrtiebe auf keinen Fall ein Monogramm auf Silberbesteck aufprägen lassen dürfen, dann sei das Risiko für das Verschwinden von Silber gering.

Einen mächtigen Katalog von 106 Seiten mit allem Wissenswerten durften wir nach Hause tragen mit dem vielsagenden Titel „Die schönen Dinge geben ihren Geist denen, die sie besitzen.“

In Bern haben Robbe und Berking leider keinen Restaurant-Kunden. Dafür präsentiert der Restaurantführer 2010/2011 eine stattliche Anzahl von 72 Lokalitäten in Europa, davon 16 in der Schweiz, und die beiden Kreuzfahrtschiffe „MS Deutschland“ und „MS Europa“ der Hapag Lloyd AG. Auf der „Hanseatic“, einem der beiden Expeditionsschiffe derselben Reederei wie die „Europa“ haben wir also nicht mit klassiertem Besteck gegessen,  doch empfanden wir den Genuss der 6-Gänger Menus mehr als genug.

Bericht: L Konrad Meyer-Usteri
Bild: L Reto Meier