Ein Spaziergang durch den AMP Burgdorf - Trouvaillen aus 100 Jahren Armeemotorisierung

Meeting vom 26. Juni 2011

Vorstellung der Zentralstelle Historisches Armeematerial (ZSHAM) durch Pascal Mouther, Leiter Technik

Abschiedsrunde im Schützenpanzer M113

Unser Präsident, Urs Ledermann, hat uns zu seinem letzten Meeting einen Leckerbissen angeboten, wie er bis heute nur von auserwählten Gruppen genossen werden kann. Dazu hat ihm sein militärhistorisches Netzwerk bestimmt entscheidend geholfen.

Die Hinterlassenschaft von fast zwei Jahrhunderten Schweizer Armee stellt ein Kulturgut von einzigartiger Bedeutung dar mit weit über 100'000 Objekten. Im Rahmen des Vereins Schweizer Armeemuseum betreut die Stiftung HAM als professionelle Organisation das historische Material der Schweizer Armee mit fachgerechter Restauration und sachgerechter Lagerung. In Thun liegen Waffen, Munition, Bekleidung etc., bis in den nächsten Jahren dort der definitive Standort für ein Museum bereit sein wird.

Der Armeemotorfahrzeugpark Burgdorf, kurz AMP, ist seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb. Im AMP Burgdorf sind die Rad- und Raupenfahrzeuge, Fuhrwerke, Aggregate und Anhänger gelagert, welche alle noch fahrtüchtig sind, denn sie werden periodisch in Betrieb genommen, wie uns der stv. Bereichsleiter Burgdorf, Christian Sigrist, versichert hat. In Gruppen führte er mit seinen Mitarbeitern uns auf einem anspruchsvollen, ausgedehnten Rundgang durch die imponierende Vielfalt von Fahrzeugen wohl aus einem ganzen Jahrhundert. Eine ganze Armeegeschichte entrollte sich anhand der Fahrzeuge vor unseren Augen.

 

 

 

Persönliche Erlebnisse aus dem Militärdienst wurden auf dem Rundgang durch die riesigen Hallen des AMP lebendig. Der Artillerist erkannte den bald 60-jährigen „Dodge“ aus US Kriegs-Reserven, der ihm seinerzeit im Spezialkurs Motorfahrzeug- Ausbildung für Off.aspiranten zugeteilt worden war.

 

 

Ein 4,5t „Mini“-Lastwagen BERNA Jahrgang 1942:

Von einem Kameraden in der Offiziersschule (OS) gefasst. Mühsames Schalten des natürlich nicht synchronisierten Getriebes und eine mega-harte Lenkung liessen mich den bockigen kleinen Lastwagen fahren. Diese Fahrpraxis genügte schliesslich, um nach der OS die zivile Führerprüfung für Lastwagen zu bestehen. Dass mir der C-Ausweis bis zur Pensionierung ein professionelles Verhältnis zu den schweren Fahrzeugen des Strassenunterhaltes verschaffte, war in der OS 1954 noch nicht abzusehen.

Und zum Abschluss fuhren die Schützenpanzer M113 auf und nahmen die Nostalgiker mit, selbstverständlich aber auch einige Damen, welche sich die einmalige Gelegenheit zur Fahrt in einem ganz ausserordentlichen Vehikel nicht entgehen lassen wollten. Dass besonders die durchgeschüttelten und Motoren-bedröhnten Schützenpanzer-Passagiere das feine „Znacht“ der Familie Wälchli zu schätzen wussten, versteht sich von selbst. Wir danken unserem Präsidenten für das spannende Abschiedsmeeting. 

Dazu noch 25 Photos von L Fred Bütikofer mit Burgdorfer Lions und Ausstellungsgütern.

Weitere Info über die am 23.Juli 2008 gegründete Stiftung HAM zur fachgerechten Betreuung des historischen Armeemateriales Link: www.Stiftung-ham.ch

Bericht: L Konrad Meyer-Usteri

Fotos von L Alfred Bütikofer