Weihnachtsfeier in Kirchberg

Aus der Sammlung „Schweizerische Kunstführer“, eine kleine, aber sehr informative Broschüre von Michael Gerber: 

Die Pfarrkirche Kirchberg

 

Was wir leider bei Nacht nicht sehen konnten, was aber auch einen mehrmaligen Besuch wert ist, sei kurz zusammen gefasst zitiert:

 „Die ungewöhnlich grosse und trotzdem schlichte Landkirche von Kirchberg aus dem Jahr 1506 besitzt eine kostbare Innen-Ausstattung aus der Bauzeit mit einem Fenster-Zyklus von herausragender Qualität. Die Entwürfe zu den Scheiben stammen unter anderm von Niklaus Manuel und Hans Baldung Grien. Griens Einfluss auf Manuels Werk wird hier erstmals sichtbar, was dem Zyklus nationale Bedeutung verleiht. Der prachtvolle Orgelprospekt von 1771, einer der wichtigsten Vertreter des spätbarocken Orgelbaus im Kanton Bern, ergänzt das Ensemble.“

 

Unser Präsident, Fred Bütikofer hatte eine wirklich treffliche Idee, unsere Lions Weihnacht in einem ungewohnten Rahmen durchzuführen. Gerade ein Fünftel unserer MitgliederInnen wohnen oder werken in Kirchberg und Umgebung, die Kirche Kirchberg bot uns einen speziell feierlichen Rahmen und zudem konnte Fred noch Verbindungen aus seiner Zeit als Gemeinderat nutzen.

Herr Pfarrer Walker erkrankte leider kurzfristig und so haben wir den Worten seines Kollegen gelauscht:

Kirchberg wird urkundlich erstmals im Jahre 994 erwähnt, als der deutsche König, später Kaiser Otto III. auf Bitte seiner Grossmutter, Kaiserin Adelheid, dieses mit Uetendorf und Wimmis an das Kloster Selz im Elsass vergabte. 1283 erhielt Kirchberg gar von König Rudolf von Habsburg das Stadtrecht, doch zufolge der übermächtigen Konkurrenz der Stadt Burgdorf blieb die erhoffte Entwicklung aus.  

1756 dagegen entschied der Grosse Rat trotz aller Anstrengungen der Burgdorfer, die Aargauerstrasse doch noch auf ihre Seite zu erhalten, diese über Kirchberg zu führen. Davon zeugen noch die Stundensteine in 4,8km Abstand von Worblaufen bis nach Murgenthal.  Seit 1857 führt die Eisenbahn über Burgdorf, doch 1965 die Autobahn A1 wiederum über Kirchberg. Dank der Neubaustrecke SBB hat Kirchberg eine Umfahrung.

 

Anschliessend an die spannenden Ausführungen über die Geschichte von Kirche und Gemeinde Kirchberg liess Herr Pfarrer Schmocker eine ergreifende Erzählung über zwei Jugendliche folgen, die anfänglich getrieben von Neugier, dann aber von Hilfsbereitschaft einer von der Gemeinschaft ausgestossenen, alten Frau wieder zu Lebensqualität und Anerkennung verhalfen.

Nach der unerwarteten Kletterei im Kirchturm konnten wir noch einen Blick auf den ursprünglichen Dachstuhl oberhalb der Kirchendecke erhaschen.

 

 

Im Kirchgemeindehaus erwartete uns ein aufmerksames Team und servierte uns ein ausgezeichnetes Nachtessen. Es war eine Weihnachtsfeier von ganz spezieller Prägung. Unser Dank an alle, die mithalfen! 

Berichterstattung L Konrad Meyer-Usteri